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Witches & Stardust
Matthew Vaughns Neil-Gaiman-Adaption »Der Sternwanderer« bietet dem allgemeinen Fantasy-Einheitsbrei im Kino Kontra und entführt den Zuschauer auf eine magische Reise
Text: Stefan Murawski Fotos: David James © 2007 Paramount Pictures
Der junge Tristan (Charlie Cox) will seine Angebetete Veronica (Sienna Miller) beeindrucken und verspricht, ihr den gefallenen Stern zu schenken, der soeben vom Himmel gestürzt ist. Dadurch erhofft er sich, endlich ihre Zuneigung gewinnen zu können. Allerdings ist der Stern hinter der verbotenen Mauer seines kleinen britischen Heimatdorfes niedergegangen, und niemandem ist es erlaubt, diese Grenze zu übertreten. Selbige wird von einem rüstigen alten Dorfbewohner scharf bewacht, und kaum einer hat sie bisher überschritten. Was Tristan noch nicht weiß: Hinter dem unscheinbaren Wall verbirgt sich eine märchenhafte Parallelwelt voller mystischer Wesen, grausiger Hexen und mordlüsterner Prinzen. Als Tristan die Absturzstelle erreicht, muss er feststellen, dass es sich bei dem gefallenen Himmelskörper um ein weibliches Wesen aus Fleisch und Blut handelt – Yvaine (Claire Danes), ein lebendiger Stern. Nichtsdestotrotz bleibt er bei seinem Entschluss, fesselt Yvaine an sich und macht sich auf den Rückweg, um Veronicas Herz zu erobern. Aber er ist nicht der einzige, dessen Schicksal von Yvaine abhängt: Die hiesigen Hexen benötigen ihr Herz dringend, um ihre Kräfte und ihr jugendliches Antlitz auffrischen zu können, und die potenziellen Thronfolger des just verstorbenen Königs (Peter O’Toole) sind auf der Jagd nach ihrem Amulett, das einzig ihnen den Platz als neuer König sichert, der traditionsgemäß dem letzten noch lebenden Thronfolger gebührt.

We always knew you were a whoopsie
Schon in den ersten Szenen wird deutlich, dass Matthew Vaughn mit »Der Sternwanderer«, seiner Adaption des Romans »Stardust« von Neil Gaiman, keinen herkömmlichen Fantasy-Film geschaffen hat, sondern ein cleveres Märchen mit interessanten Charakteren und intelligenten Wendungen. Während etwa einer der Prinzen nach einem pompösen Eintritt schon als Thronfolger gehandelt werden kann, wird er doch wenige Sekunden später hinterrücks vom Balkon geschubst. Bei seiner Rückreise trifft Tristan auf mehrere schrullige Gestalten, die ihm bei seiner Herzensmission helfen: Kapitän Shakespeare (Robert De Niro) ist ein knüppelharter Pirat mit Hang zum Cross-Dressing (autsch!), und in einem Handelsposten macht Tristan die Bekanntschaft mit dem geschwätzigen Ferdy (der aus der großartigen BBC-Comedy »The Office« bekannte Ricky Gervais). »Der Sternenwanderer« spielt geschickt mit den Klischees und den üblichen Stereotypen von Fantasy- und Märchenfilmen, ohne dabei jemals überzogen oder plump zu wirken. Durch den feinen schwarzen Humor und die spleenigen Charaktere ist gute Unterhaltung garantiert. Matthew Vaughn ist mit der ersten großen Kino-Adaption eines Werkes des als Comicautor (»Sandman«) berühmt gewordenen Neil Gaiman ein ansehnlicher und spaßiger Familienfilm gelungen, der während der kommenden kalten Wintertage als eine gemütliche emotionale Heizung wirken kann.
:: »Der Sternwanderer« von Matthew Vaughn, ab 18.10.2007 im Kino (Paramount/Universal)
:: Der Sternwanderer
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