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Restauration einer antiken Sprache
Lusine formt glasklare Klänge in der in die Jahre gekommenen Sprache des Ambient
Text: Jens Pacholsky
Ambient – obwohl in der Definition seines Vaters Brian Eno als vernachlässigbare Hintergrundbeschallung gedacht – wurde über die vielen Jahre seiner Entwicklung immer wieder unterschätzt; vor allem von den Musikern. Pjusk waren erst jüngst ein Beispiel dafür. Die Idee, man müsse nur ein paar mal ganz lange auf verschiedene Pianotasten drücken, seichte Rhythmik darunter schieben und alles durch den Endloshall schicken, um so etwas wie eine chillige Kifferatmosphäre zu suggerieren, wurde leider zur ziemlich gängigen Praxis. Ähnlich erging es an dieser Stelle den Zöglingen der Electronica, bei denen die Gitarre das Piano ersetzte und somit jeden – wirklich jeden – Lagerfeuer-Melancholiker eine Platte veröffentlichen ließ. Das hat beiden Musikstilen nicht wirklich gut getan und sie zu einer aussterbenden Sprache voll leerer Emotionshülsen gemacht.
All about dignity
Lusine macht im ersten Moment auch nichts anders. Einzelne Pianonoten tasten sich durch ihre eigenes Echos, schielen mit einem Auge in Richtung Xylophon und verschmelzen in einem leichten Windzug verhallter Gitarrensaiten. Von Zeit zu Zeit versinkt das Land, das der Mann aus Seattle vorsichtig errichtet, unter endlosen Orgelwellen, die den Boden aufschwemmen. Lusine sagt auf seinem achten Album (rechnet man die als Lusine Icl veröffentlichten Werke hinzu) nichts, das andernorts nicht schon formuliert wurde. Der Unterschied zu vielen in dieser Smalltalk-Party des Ambient besteht jedoch in seiner ausgewählten Wortwahl. Jeff McIlwain, wie Lusine bürgerlich heißt, spricht in sehr bedachten Worten, glasklar und bedeutungsschwer: Hoch-Ambient sozusagen, mit einem sehr feinen Timbre in der Stimme. Was er dabei erzählt, mag keine große Bedeutung mehr besitzen. Es ist gleichwohl schlicht und einfach schön, ihm zuzuhören.
:: »Language Barrier« von Lusine ist bereits bei Hymen/Antzen erschienen
:: Lusines Space
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