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LichtSpiele
Fünf Expeditionen ins finstere Herz des Kinos auf einer großartigen Experimentalfilm-Kompilation
Text: Jochen Werner Foto: lowave
Das Wesen des Kinos ist vor allem dem veralteten Wort ›Lichtspiel‹ eingeschrieben: farbiges Licht in wechselnden Intensitäten. Die schwarze bzw. die weiße Leinwand sind somit Urszene und Nullpunkt des Kinos in gleichem Maße; davon ausgehend, suchen die fünf experimentellen Kurzfilme der Kompilation »BlackLight« nach der Essenz des Mediums. Am einfachsten macht es sich Mikaël Rabetranos »Elez«, der schlicht einen kurzen sensuellen Overkill inszeniert. Subtiler geht Carole Arcegas »Le Cristallin« vor, der zwar mit stroboskopartig montierten Einzelbildern auf vergleichbar somatische Effekte abzielt, aber gleichzeitig die filmische Bewegung immer aufs Neue still stellt und wieder zum Fließen bringt. Noch radikaler rückt Sébastien Cros die Materialität des Mediums ins Zentrum, wenn er in »Tabula Rasa« die repräsentative Funktion seiner split-screens zunehmend verwischen und von den tanzenden Formen einer darüber gelegten Zelluloidspur in den Hintergrund drängen lässt. In »Macula«, erneut von Arcega, scheint der Film dann endgültig den Aggregatzustand zu wechseln, sich zu verflüssigen und sein Objekt zu ertränken. (Hier kommen unweigerlich jene Indianer in den Sinn, die fürchteten, die Fotografie würde ihre Seele rauben.) Das Herzstück verbirgt sich jedoch hinter Rabetranos und Frédéric D. Oberlands »Le Corps des Vents«, der in 20 Minuten durch die Tiefen der Hölle zum Licht führt und dabei der Essenz des Kinos immer wieder beeindruckend nahe kommt.
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:: BlackLight. Expérience cinématographique (Label Ombres / lowave)
:: lowave
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