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Der Teufel steckt im Detail
Auf seinem zweiten Solo-Album zeigt Timbaland weniger das große Musikergenie als den Produzenten des Details
Text: Jens Pacholsky Foto: xxx
Timothy »Timbaland« Mosley hat sich einige Zeit gelassen. Sein Solo-Debüt »Tim’s Bio – From The Motion Picture: Life From Da Bassment« liegt bereits geschlagene neun Jahre zurück. Doch geschlafen hat er bekanntlich nicht. Als Produzent arbeitete er mit Aaliyah, Alicia Keys, SWV und zirka Tausend anderen Sängern und Sängerinnen zusammen. Nicht zuletzt mit Missy Elliott baute er sich die Reputation des Produzentengenies auf, die ihn neuerdings Alben von Nelly Furtado und Justin Timberlake produzieren ließ. Doch was sich bereits auf eben diesen letzten Alben zeigte, untermauert sein zweites Soloalbum »Shock Value« umso mehr: Timbaland hat seinen Zenit der innovativen Beats und Songstrukturen längst erreicht und sitzt nun vorrangig am Feinschliff.
Wirklich das Genie?
Die insgesamt 18 Titel halten keinen Hammer wie Missy Elliotts »Get Ur Freak On« bereit, keinen dieser Beats, die einen mit einer offenen Kinnlade und gezerrten Beinen zurücklassen. Nach dem experimentellen Sound, den er um die Jahrtausendwende mit in den HipHop trug, ist Timbaland umso eindeutiger bei seinen Wurzeln angelangt. Und diese sind im R&B verortet. Sein erster Tutor war Jodeci-Soundmann DeVante Swing. Seine Songs sind daher oftmals etwas sanft geraten, charttauglich eben, spielbar allerorts. Keine Radikalität mehr, kein großes Experiment. Die Frage bleibt natürlich, ob Timbaland überhaupt so sehr der große Produzent ist, das Genie, wie ihn selbst Björk jüngst bezeichnete. Letztere hat nämlich die kleine Anekdote auf Lager, dass Timbaland beim Produzieren der drei Titel für Björks aktuelles Album »Volta«, teilweise arge Probleme hatte, weil ein Song einen 6/8 Takt aufwies. Nach einem vertrackten Klanggerüst wie »Get Ur Freak On« verwundert die Kapitulation vor einem ungeraden Beat.

Listen Closely
Das Genie Timbalands findet sich denn auch weniger in den Großstrukturen als in den Details. Hier entsteht die Schönheit seines Albums, wenn der Mann aus Virginia die kleinen Zwischentöne der Human Beat Box und des Singsangs in seine glatten Songs einbaut, Klang-Reminiszenzen an die Beastie Boys (»Bounce«) erweckt und selbst seltsam kitschige Euro-Dance-Synthesizer ganz brauchbar reanimiert (»The Way I Are«). »Shock Value« ist letztlich nicht das Album des großen Genies geworden, dafür ist es zu lieblich und glatt, spielt zu oft mit allzu eindeutigen Stereotypen (als absoluter Tiefpunkt ist hierbei der lieblose Crossover-Track mit den The Hives zu betrachten). Als Popalbum mit kleinen Falltüren ist es jedoch ein großer Wurf, der Timbaland demnächst sicherlich eine ganze Lawine an Neuaufträgen einbringen wird. Jetzt ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis Madonna anfragt. Elton John hat Timbaland ja auch schon als Gast dabei.
:: Timbaland: Shock Value (Blackground Rec./Universal)
:: Timbaland Sounds
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nichtschwimmer / 03.06.2007 / 23:54
“(als absoluter Tiefpunkt ist hierbei der lieblose Crossover-Track mit den The Hives zu betrachten)”
oh man. gerade ein wenig hier im magazin gestöbert, dann fast lieb gewonnen und im nächsten moment gleich gestrichen.
“mit den The Hives”? gut, man kann natürlich ordnungsdeutsch wie wir halt sind, alles gramatikalisch richtig schreiben, schön klingt es dadurch nicht.
und was bitte ist an dem song lieblos? einer der wenigen songs auf dem album wo zumindest ein wenig der alte timbaland zu hören ist. und wenn es ein wort gibt, wo uns die vergangenheit gelehrt hat, das es unfug ist, dann jawohl crossover. bah. rap und gitarren können genauso harmonieren wie rap und beats. kommt nur drauf an wie es klingt.. wie bei allem.